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Tourism Matters! Consulting in der Touristik- und Hospitality-Branche

Tourism matters 2014: Die Referenten des Veranstaltungsabends, Thomas Pütter, Ralph Bernhard und Prof. Stephan Gerhard bei der Diskussion mit Teilnehmern und Moderatoren, Kristin Pittelkow und Franziska Weissbarth.
Tourism matters 2014: Die Referenten des Veranstaltungsabends, Thomas Pütter, Ralph Bernhard und Prof. Stephan Gerhard bei der Diskussion mit Teilnehmern und Moderatoren, Kristin Pittelkow und Franziska Weissbarth.

[03|12|2014]

Welchen Mehrwert bieten Beratungsleistungen in der Touristik- und Hospitality-Branche? Zum Ausklang des Master Forum Tourismus 2014 diskutierten hochkarätige Branchenexperten diese Frage gemeinsam mit dem Publikum.


"Auf Rat hören ist die Wurzel des Wohlstandes", besagt ein persisches Sprichwort. Ob dies auch für Beratungsleistungen in der Touristik- und Hospitality-Branche zutrifft, sollten die drei Experten Ralph Bernhard, Inhaber des Beratungsnetzwerks RBConSol, Thomas Pütter, Geschäftsführer des Nells Park Hotel in Trier, sowie Prof. Stephan Gerhard, Gründer und Geschäftsführer der TREUGAST Solutions Group an diesem Abend näher erörtern. Gerade klein- und mittelständische Betriebe scheuen sich oft, Unterstützung von Beratungsunternehmen in Anspruch zu nehmen. Da vor allem die deutsche Hospitality-Branche von ebendiesen Unternehmensgrößen geprägt ist, sprach das Diskussionsthema eine recht breite Masse an.

Gute Berater als Erfolgsrezept
Kristin Pittelkow und Franziska Weissbarth, Masterstudentinnen im Tourismus-Management führten das Publikum durch den Abend. Den Auftakt gab Ralph Bernhard mit seinem seit 2011 existierenden Beratungsnetzwerk RBConSol, dessen Portfolio von der “einfachen Einführung von Buchungssystemen” bis hin zu “ganzer Restrukturierung” reicht. Gute Berater seien essentiell für den Erfolg, betonte Herr Bernhard: Mehrjährige Berufs- und Lebenserfahrung und eine breite Auswahl an Beratern mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen spielen somit eine unverzichtbare Rolle. Wichtig sei zudem, dem Kunden ehrliches Feedback über das eingeschätzte Erfolgsversprechen zu geben: Ist die erfolgreiche Umsetzung eines Projektes für das Beraterunternehmen nicht realistisch, ist es zu empfehlen, dem Kunden vorzeitig abzusagen, so der Berater, dessen Firma sich vorwiegend durch Mund-zu-Mund Propaganda bewirbt. Auch sollte sich ein Beratungsunternehmen auf seine Stärken und Kernkompetenzen konzentrieren und die Interaktion mit dem Kunden als essentiellen Bestandteil der Beratungsleistung wahrnehmen.

Mitarbeiter miteinbeziehen
Thomas Pütter erläuterte die Sicht der Kundenseite auf Beratungsleistungen. Der Geschäftsführer des Nells Parkhotel in Trier nahm über sechs Jahre hinweg die Unterstützung einer externen Coaching-Agentur in Anspruch. In mehreren Entwicklungsstufen wurde das erarbeitete Konzept umgesetzt und das Hotel wieder auf Erfolgskurs gebracht. Dabei fungieren die Berater quasi als Sparringpartner, die helfen realistische Ziele zu definieren, verschiedene Möglichkeiten aufzeigen und über die Qualität der Führungsarbeit zu reflektieren. Pütter ist überzeugt, dass nur über eine Gesamtstrategie und unter Miteinbezug und Unterstützung der gesamten Mitarbeiterschaft Erfolge erzielt werden können. Der Erfolg war derart bezeichnend, dass Thomas Pütter eine eigene Beratungsagentur gründete, um die entwickelten Konzepte anzubieten.

Praxiserfahrung unverzichtbar
Prof. Stephan Gerhard blickt mit der TREUGAST Solutions Group auf eine 25-jährige Tätigkeit zurück. Das Beratungsunternehmen betreibt 35 Betriebe im In- und Ausland und arbeitet basierend auf den drei Säulen Beratung, Management und Wissenschaftliches Institut. Eine Beratung könne in jeder Phase und in jedem Bereich eines Unternehmens sinnvoll sein, so Prof. Gerhard. Die TREUGAST hat sich vor allem auf die Hotellerie spezialisiert und verfügt über fundierte Expertise in jedem Bereich dieser Branche. Daher haben alle Berater mehrjährige Praxiserfahrung in der Hospitality-Branche. Denn letztendlich ist eine Unternehmensberatung nichts anderes als der Verkauf von Wissen und Erfahrung, was aber bei jedem Kunden individuell eingesetzt und angewandt werden muss.

In der anschließenden Diskussionsrunde waren sich die Experten einig, dass insbesondere für klein- und mittelständischen Unternehmen der hohe Kostenfaktor ein Hindernis darstellt, Beratungsleistungen in Anspruch zu nehmen. Als mögliche Gegenmaßnahmen nannte Prof. Gerhard eine flexiblere Preisgestaltung mit speziellen Paketen für kleine Betriebe oder die Möglichkeiten der Beraterförderung der KfW.
Laut Prof. Gerhard hat sich das Image der Unternehmensberatung in den letzten Jahren zum Positiven gewandelt und auch kleinere Betriebe ziehen mittlerweile nicht mehr nur in Notsituationen Hilfe zu Rate.
Als problematisch betrachtet Herr Bernhard den Usus, Beratungsagenturen bei Pitches gegeneinander antreten zu lassen, da dadurch oftmals die Preise deutlich gedrückt werden, worunter auf Dauer das Qualitätsniveau leidet. Prof. Dr. von Freyberg von der Hochschule München, warf hierzu ein, dass es dabei nicht nur um die Preisgestaltung gehe, sondern auch der Kunde die Möglichkeit habe, die für seine Bedürfnisse beste Wahl zu treffen.

Ein Blick in die Zukunft
"Wie beurteilen Sie die Zukunft der Beraterbranche?" – Auf diese abschließende Frage der Moderatorinnen hin, antworteten alle drei Referenten zuversichtlich: Gute Beratung sei eine Herzensangelegenheit, die von den richtigen Leuten durchgeführt werden müsse und sich durchsetzen werde, so Herr Pütter. Herr Bernhard fügte hinzu, dass die Unternehmen mit dem Einsatz von Beratern an Erfahrung hinzugewinnen, was für beide Seiten von Vorteil sei.
Prof. Gerhard rundete die Diskussionsrunde mit einem kleinen „Fingerzeig“ ab: Es genüge nicht mehr, „an der Oberfläche zu kratzen“, sondern Berater müssten in ihrer Arbeit stärker in die Tiefe gehen, um den Mehrwert für das beauftragende Unternehmen leisten zu können.