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Erfolgreicher Auftakt des Master Forum Tourismus

Lars Wagner (Mandarin Oriental), Stephan Spiegel (Ray Sono Ag) und Georg Overs (Tegernseer Tal Tourismus GmbH) diskutieren über Social Media
Lars Wagner (Mandarin Oriental), Stephan Spiegel (Ray Sono Ag) und Georg Overs (Tegernseer Tal Tourismus GmbH) diskutieren über Social Media

[04|02|2011]

Am 02. Februar 2011 war es soweit: 150 Gäste aus ganz Bayern kamen zur ersten Veranstaltung des Master Forum Tourismus an der Fakultät für Tourismus zusammen, um drei hochkarätige Referenten zum Thema „Social Media im Tourismus: Hype oder Muss?“ zu hören und anschließend mit ihnen zu diskutieren.


Nach einführenden Worten der Masterstudentinnen Heidrun Bock und Julia Jamar, die die Moderation an diesem Abend übernahmen, gab Dekan Theo Eberhardt den Startschuss für das spannende Projekt. Er freute sich, Sybille Wiedenmann als Geschäftsführerin der Bayern Tourismus Marketing GmbH und Förderin des Master Forums begrüßen zu dürfen.

Den Anfang machte Stephan Spiegel, Managing Partner der Ray Sono AG, einer der Top-15 e-Business Agenturen in Deutschland. Hätte Spiegels Vortrag unter einem expliziten Motto gestanden, dann wäre es wohl eines wie „Social Media - Unternehmenskommunikation auf Augenhöhe“ gewesen. Er beleuchtete den Wandel des Social Media von einem Hype zu einem Pflichtthema - raus aus dem Teenageralter, rein in das wahre Leben, nämlich die strategische Unternehmenskommunikation. Auch und vor allem Dienstleistungsunternehmen wie jene Wertschöpfungsträger der Tourismusbranche, könnten sich der Notwendigkeit nicht entziehen, „Fans“ eine Plattform für den direkten Austausch zu bieten. Nur die wenigsten Branchenvertreter wüssten jedoch dieses Marketingtool adäquat einzusetzen. So vergäßen die meisten Anwender eines: Social Media ist mehr als Markenbildung oder Sprachrohr. Vielmehr sei es ein vertrauensbildender Dialog in authentischer und glaubwürdiger Art und Weise. Diesen steigenden Einfluss der öffentlichen Meinung hieße es abzuschöpfen und zu nutzen. Mit klarer Strategie stehe einer erfolgreichen Umsetzung im Unternehmen laut Spiegel nichts mehr im Wege.

Als zweiter Referent folgte der Generaldirektor des Mandarin Oriental Munich, Lars Wagner. Auch er greift auf einen großen Erfahrungsschatz im Bereich Social Media Marketing zurück und sprach von der Einführung auf lokaler und der Begegnung der Konkurrenz auf ganz neuer Ebene. Seit nunmehr eineinhalb Jahren ist das Luxushotel in sozialen Netzwerken aktiv. Von Facebook, über Xing bis ASMALLWORLD werden Events geplant, Videos gepostet und Kundenaktionen promotet. Dreh- und Angelpunkt hierbei ist die Hotelwebsite. Das von Wagner vorgestellte Messtool verblüffte auch noch den letzten Zuhörer in den Reihen. Mit einem Klick sind alle Daten verschiedenster Onlinekanäle zu Zufriedenheit, Loyalität, Frequentierung und vielem mehr abrufbar und so aufbereitet, dass sofortige Maßnahmen getroffen werden könnten, sollte dies notwendig erscheinen.

Den Abschluss machte Georg Overs, der als Geschäftsführer der Tegernseer Tal Tourismus GmbH viele Akteure der Destination in einem langwierigen Prozess von der Notwendigkeit des e-Marketings überzeugen musste. Unter der Marke „Der Tegernsee“ geht die Destination mit den Zielen ins Rennen, eine möglichst große Reichweite für virale Marketingkampagnen zu schaffen. User sollen von dem USP der Region mit Hilfe von qualitativ hochwertigen und thematisch abwechslungsreichen Beiträgen überzeugt werden. Nicht nur Facebook zählt zum aktiven Social Media Marktplatz des Tegernseer Tals. Auch youtube-Channel, Blog, Webcam und App erreichen Urlauber und Freunde der Region. Der ständige Austauschprozess mit den Nutzern hilft, die Anwendungen fortwährend zu verbessern.

Den Ausführungen der Referenten schloss sich eine Diskussionsrunde an, bei der Fragen gestellt wurden wie: „Was ist schlussendlich besser - kein Facebookauftritt oder ein schlechter?“ Die Referenten zögerten etwas, resümierten dann jedoch, dass im Grunde die Strategie zähle. Ohne einen konsistenten Plan helfe auch die beste Bebilderung nichts. So zeigten doch einige Negativbeispiele deutlich, welchen Schaden diese Form der Kommunikation in kürzester Zeit anrichten könne. Zur Entwicklung der Netzwerke wagte Stephan Spiegel am Ende eine vorsichtige Prognose. Wenige große Plattformen, die alles unter einem Dach vereinen, würden den Siegeszug antreten. Ob Onlinebuchung, Preisvergleich oder Hotelbewertung, alles werde möglich sein. Nur sei die Frage, wie diese Datenflut am besten kontrolliert und nutzbringend eingesetzt werden werde. Eines sei sicher, die Potentiale dürften nicht verschenkt werden, denn Social Media sei mittlerweile viel mehr als nur ein Hype.

Bei Allgäuer Köstlichkeiten der Schaukäserei Ammergauer Alpen wurden nach den Vorträgen und Diskussionen Kontakte geknüpft, weitere Fragen beantwortet und Erfahrungen ausgetauscht. Am Ende des Abends waren sich Gastgeber und Gäste einig: Es war ein gelungener Auftakt des Master Forum Tourismus und wird auch zukünftig interessanten und brisanten Diskussionsstoff liefern.

Das Master Forum Tourismus ist eine Initiative von Professoren und Masterstudenten der Fakultät für Tourismus und wurde im Wintersemester 2010 mit dem Ziel ins Leben gerufen, einen Branchentreff zu etablieren. Die Möglichkeit von Dialog und Diskussion bildet einen Eckpunkt zwischen der Vernetzung von Studierenden, Professoren und Führungskräften.

Am 28.März folgt die zweite Veranstaltung, die unter dem Thema „Tower Circle: Beispiel erfolgreicher Unternehmensvernetzung“ stehen wird und mit Dr. Stephan Heller von heller&partner Communication GmbH sowie Dr. Michael Kerkloh, Vorsitzender der Geschäftsführung und Arbeitsdirektor der Flughafen München GmbH, wieder spannende Referenten bereithält. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter www.masterforumtourismus.de .

Maria Jahn und Alexander Engelhard

 

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