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Start-ups im Tourismus - Die Suche nach dem Erfolgsrezept

Während der Podiumsdiskussion diskutierten die Referenten Prof. Dr. Klaus Sailer, Michael Buller, Oliver Nützel, Daniel Krauss und Gerd Hartmann (v. links n. rechts) gemeinsam mit den Moderatorinnen Judith Kircher und Ayla Borowczak die Zutaten für das Start-up Erfolgsrezept. © Hochschule München
Während der Podiumsdiskussion diskutierten die Referenten Prof. Dr. Klaus Sailer, Michael Buller, Oliver Nützel, Daniel Krauss und Gerd Hartmann (v. links n. rechts) gemeinsam mit den Moderatorinnen Judith Kircher und Ayla Borowczak die Zutaten für das Start-up Erfolgsrezept. © Hochschule München

[18|04|2016]

Zur Tourism matters!-Auftaktveranstaltung am 13. April empfing die Fakultät für Tourismus hochkarätige Referenten und Branchenexperten.


Kann heute jeder ein erfolgreicher Gründer werden und wovon hängt der Erfolg oder Misserfolg eines Start-ups ab? Zahlreiche Fachleute, ProfessorInnen und Studierende besuchten die Tourism matters!-Auftaktveranstaltung am 13. April. an der Fakultät für Tourismus, um die Zutaten für ein Start-up-Erfolgsrezept zu diskutieren.

Als Gäste waren sowohl Experten aus der Gründerszene als auch drei Gründer erfolgreicher Start-ups aus verschiedenen Teilbranchen des Tourismus eingeladen. Gemeinsam mit den Moderatorinnen, Judith Kircher und Ayla Borowczak, diskutierten sie das Erfolgsrezept für Start-ups. Die externe Perspektive verkörperten Michael Buller, Vorstand des Verbands Internet Reisevertrieb e.V. sowie Prof. Dr. Klaus Sailer, Geschäftsführer des Strascheg Centers for Entrepeneurship (SCE), die in ihrer täglichen Arbeit junge Unternehmer unterstützen und beraten. Als Vertreter erfolgreicher Start-ups gaben Gerd Hartmann (Gründer und Geschäftsführer von Pizza Innovazione), Oliver Nützel (Geschäftsführer der Regiondo GmbH) und Daniel Krauss (Gründer und Geschäftsführer der Flixbus GmbH) Einblick in die Entwicklung ihrer Unternehmen und berichteten von ihren Erfahrungen auf dem Weg zum Erfolg.

Unternehmensgründung als Abenteuerreise
Die hohe Relevanz des Themas betonte die Dekanin Frau Prof. Dr. Munz bereits zu Beginn der Veranstaltung: „Start-ups sind ein wesentlicher Bestandteil eines funktionierenden, dynamischen Wettbewerbs, damit es in einer Branche nicht zu einer sogenannten Schlafmützenkonkurrenz kommt.“ Michael Buller griff diesen Gedanken auf, indem er deutlich machte, dass sich viele etablierte Unternehmen in einer Art Schlafmodus befinden, während andere die Chancen der Zeit ergreifen und durch ihre Neugier innovative Produkte auf den Markt bringen. Ausschlaggebend ist es, den Mut aufzubringen von etablierten Dingen abzuweichen und eine Kultur des Scheiterns zuzulassen, denn die nötige Kreativität stecke in jedem Einzelnen. Neben Kreativität ist auch die Bereitschaft entscheidend, sich auf das Wagnis einer Unternehmensgründung einzulassen, das Prof. Dr. Klaus Sailer mit einer Abenteuerreise verglich. Anfängliche Visionen umzusetzen, sich mit ergänzenden Teampartnern zusammenzuschließen und auch bei Hürden, Umwege in Kauf zu nehmen, waren die Ratschläge, die der Experte an das Publikum weitergab.

Qualität statt Schnelligkeit
Auch Gerd Hartmann begab sich auf die Abenteuerreise „Start-up“, indem er 2013 mit zwei Freunden die erste, mobile Steinofenpizzeria Pizza Innovazione gründete. Dass er erfolgreich am Ziel angekommen ist, zeigt sich in der großen Bandbreite seiner Kunden, zu der mittlerweile auch Top-Referenzen zählen. Auf dem Weg zum Ziel war für ihn vor allem die Unterstützung seiner Familie entscheidend sowie die Angst vorm Scheitern zu überwinden. Der Schlüssel zum Erfolg liege seiner Meinung nach nicht in der schnellen Umsetzung des Businessplans, sondern in der Entwicklung eines qualitativ hochwertigen Produktes.

Das Team als Schlüssel zum Erfolg
Mit der Idee, Freizeit zu digitalisieren, startete Oliver Nützel seine berufliche Achterbahnfahrt. Sein in 2012 gegründetes Start-up Regiondo entwickelte sich zu einem Online-Ticketing Anbieter für mehr als 7.000 Freizeitanbieter. Ausschlaggebend für den Erfolg ist laut des Geschäftsführers vor allem die konstruktive Zusammenarbeit des Gründerteams, die sich wiederum positiv auf alle 28 Mitarbeiter auswirkt. Auch er betont, dass sowohl eine gesunde Risikobereitschaft als auch die Flexibilität, vom ursprünglichen Konzept abzurücken Teil des Gründungsprozesses sind.

Auf der Überholspur
Die Chance der Zeit ergriffen auch Daniel Krauss und sein Team im Sommer 2012, indem sie die durch eine Gesetzesänderung entstandene Marktlücke des Buslinienfernverkehrs wahr-nahmen. Noch vor der endgültigen Verabschiedung der Gesetzesänderung wurden Busunter-nehmen von der Geschäftsidee überzeugt und als Kooperationspartner gewonnen. Seither be-finden sich die Gründer auf der Überholspur und befördern mittlerweile 23 Millionen Passagiere jährlich. Die extreme Geschwindigkeit des Unternehmenswachstums bezeichnet der Geschäftsführer der Flixbus GmbH sowohl als Erfolgsfaktor, aber auch als Herausforderung. Denn das Prinzip „Trial and Error“ werde bei Unternehmen dieser Größenordnung von den Kunden nicht mehr verziehen.

Die Zutaten eines Erfolgsrezepts
Nach einer angeregten Diskussionsrunde fassten die Moderatorinnen die "Zutaten" für das Start-up Erfolgsrezept zusammen: Neben grundlegenden Erfolgsfaktoren wie beispielsweise einer ausreichenden Finanzierung und Unternehmergeist, kristallisierten sich Start-up spezifische Erfolgsfaktoren heraus, die aufgrund der Vielfältigkeit der Tourismusbranche stark variieren können. Beim anschließenden Get-together, gesponsert von Wilde & Partner, hatten TeilnehmerInnen und Referenten die Gelegenheit, sich über die gewonnenen Eindrücke und Erkenntnisse des Diskussionsabends auszutauschen.


Autorinnen: Christina Heracli und Anna-Luisa Kränzle, Masterstudierende im Tourismus-Management




Weitere Informationen:

Start-ups in der Tourismus- und Hospitality-Branche spielten auch auf dem HSMA eMarketing Day 2016 eine Rolle:
Lesen Sie mehr dazu in einem Erfahrungsbericht von Max Hummel, Bachelorstudent im Tourismus-Management