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In Vino veritas - et appetitum scientiae

[03|04|2017]

Top-Sommelier Jochen Benz zu Gast an der Fakultät für Tourismus

Dass Wein mehr als ein wohlschmeckendes Liquid ist, ist zweifelsohne vielen Genießern bewusst. Die Kunst des Weinbaus ist eine sehr hohe. Doch nicht nur des Weinbaus, sondern auch und vor allem die des passgenauen späteren Allozierens des hervorgebrachten Weins. Allokation einerseits im Hinblick auf den Menschen, der ihn zu trinken gedenkt und freilich genau jenen Wein zu genießen wünscht, der sämtlichen seiner Sinnesorgane bestmöglich schmeichelt. Und Allokation des Weiteren im Hinblick auf die perfekte Vermählung von Wein und Speise. Und so kommt spätestens an dieser Stelle der Sommelier ins Spiel und übernimmt eine führende Rolle im Spielaufbau. Nicht selten spielen (Restaurant-) Mannschaften Dank seiner (oder ihrer – im Falle einer Sommelière) unnachahmlichen Unterstützung erfolgreich in der Champions League der nationalen und internationalen Restauration.

Studierende entwickeln innovatives erlebnisinszeniertes Weinwirtschaftskonzept
In welchem Zusammenhang jedoch steht all dies nun mit der Fakultät für Tourismus der Münchner Hochschule? Der Zusammenhang erschließt sich dem verständigen Leser freilich ad hoc. Ist doch das „Thema“ Wein für den Tourismus im Allgemeinen und für die Hospitality Industrie im Besonderen ein hochrelevantes Element. So auch bei den sogenannten Weinwirtschaften der arcona Hotels und Resorts, in denen sich an insgesamt elf Standorten alles um das beliebte Genussmittel dreht. Um das erfolgreiche Weinkonzept auch für die Zukunft zu wappnen, fand im März die Kooperation zwischen der arcona Management GmbH und der Hochschule München ihren Anfang. 15 Studierende sind unter der Leitung ihrer beiden Dozenten mit der Aufgabe betraut, ein innovatives erlebnisinszeniertes Weinwirtschaftskonzept für die arcona Hotels zu entwickeln und ihrem „Auftraggeber“ im Sommer vorzustellen. Und so begab es sich, dass im Rahmen dieser hochspannenden Fallstudie Top-Sommelier Jochen Benz seinen Weg vom Arlberg an die Hochschule fand und Studierende und Lehrende gleichermaßen für 90 Minuten in seine faszinierende Welt entführte. Möglich machte dies nicht nur die Eisenbahn, sondern insbesondere Benz‘ aktuelle Wirkstätte – der Thurnher’s Alpenhof in Zürs. Österreichs erstes 5-Sterne-Superior Haus ließ es sich nicht nehmen, den vielbeschäftigen Sommelier einen Tag lang für einen Kurzbesuch in München freizustellen und ihn obendrein mit einer Auswahl feinster Tropfen zur Verkostung für die Fallstudienteilnehmer auszustatten.

Hidden Champion unter den deutschen Rebsorten
Dass das österreichische Burgenland Rotweine hervorbringt, die ihresgleichen in Frankreich oder Italien suchen, warum man keinen Eiswein als Aperitif reichen sollte, dass man auf „rot“ aber durchaus wieder „weiß“ trinken kann und darf oder dass die Scheurebe ein Hidden Champion unter den deutschen Rebsorten ist, erfuhren die aufmerksamen Zuhörer neben viel weiterem Wissenswerten. Mit Jochen Benz‘ unaufgeregten, humorvollen und höchst sympathischen Ausführungen erweiterten die „Jungberater“ nicht nur ihr Wissen, sondern sammelten zahlreiche und mannigfaltige Impulse für ihre Aufgabenstellung.

Der Dank der Fallstudienteilnehmer gilt an dieser Stelle Jochen Benz und dem Thurnher´s Alpenhof sowie den arcona Hotels und Resorts als Partner der Fallstudie.

Laura Schmidt