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Gute Hochschulausbildung im Tourismus

Angeregte Diskussion auf der ITB (Foto: Fakultät für Tourismus)
Angeregte Diskussion auf der ITB (Foto: Fakultät für Tourismus)

[11|04|2019]

Experten diskutieren auf der ITB und geben Tipps für Studieninteressierte

 

Im Rahmen der diesjährigen Internationalen Tourismusbörse ITB diskutierten Experten auf der YoungProfessionalStage in Halle 11.1 über die Tourismusausbildung an Hochschulen und gaben Tipps zur Orientierung für Studieninteressierte. An der Podiumsdiskussion nahmen hochrangige Vertreter aus Wissenschaft und Praxis teil:

  • Frau Angela Waerdt – Head of HR, Flyline Teleservices GmbH
  • Frau Iris Wagner – Head of HR, Nicko Cruises GmbH
  • Prof. Dr. Tilman Schröder – Hochschule München, Fakultät für Tourismus
  • Prof. Armin Brysch – Hochschule Kempten, Fakultät Tourismus-Management
  • Prof. Dr. Ralf Vogler – Hochschule Heilbronn, Fakultät International Business/Tourismusmanagement

Moderiert wurde die Veranstaltung von Herrn Andreas Kailbach von Dr. Fried & Partner.

 

Angeregter Meinungsaustausch

Mit der Aussage „Touristiker sind speziell“ startete ein angeregter Meinungsaustausch über die Erfordernisse einer qualitativ hochwertigen Hochschulausbildung im Tourismus. Bevor die Anbieter selbst zu Wort kamen, gaben Frau Waerdt und Frau Wagner zunächst einen Abriss über die aus Sicht der Industrie notwendigen Kenntnisse eines Absolventen des Tourismusstudiums. Übereinstimmend wurden dabei folgende Punkte genannt: Ein generalistisches betriebswirtschaftliches Know-how sei zwingend notwendig, um sich in der touristischen Arbeitswelt bewähren zu können. Zudem seien grundlegende Kenntnisse aus dem Tourismus sowohl in den einzelnen Wertschöpfungsbereichen selbst als auch über deren Zusammenhänge wichtig. In einer zunehmend internationalen vernetzten Welt wurde außerdem die interkulturelle Kompetenz als wichtiges Qualitätsmerkmal eines Hochschulabsolventen genannt. Um dieser auch aus sprachlicher Sicht angemessen Rechnung tragen zu können, seien sehr gute Englisch-Kenntnisse, am besten auch durch Auslandserfahrung, erforderlich. Schließlich merkten die Personalverantwortlichen an, dass sich Absolventen teilweise nicht im Klaren darüber seien, was sie eigentlich von ihrem Berufsleben erwarten bzw. was sie machen möchten und was nicht. Daher sei es wichtig, bereits während des Studiums erste praktische Erfahrung im Rahmen eines Praktikums sammeln zu können, um sich darüber ein besseres Bild machen zu können.

 

Kriterien zur Orientierung für Studieninteressierte

An welchen Kriterien sich Studieninteressierte nun orientieren können, um das für sie geeignete Studium zu identifizieren, kommentierten die Hochschulvertreter. Zunächst einmal wurde die Größe der touristischen Fakultät als relevante Größe genannt. Denn je größer eine Fakultät ist, desto breiter ist in der Regel ihr Studienangebot. Das sichert für Studierende die Möglichkeit, aus einem breiten Wahlangebot individuelle Schwerpunkte zu setzen. Das betrifft dabei einerseits Themenbereiche aus der gesamten touristischen Wertschöpfungskette, aber auch Querschnittsthemen wie Digitalisierung, Qualität oder Internationalität können nur so angemessen im Curriculum umgesetzt werden. Hierzu ist es insbesondere notwendig, dass diese entsprechenden Fächer jeweils von hauptamtlich lehrenden Professorinnen und Professoren vertreten werden. Denn diese Experten in ihren jeweiligen Spezialgebieten erkennen und erforschen intensiv die Trends der heutigen und zukünftigen Zeit und können Sie an den Hochschulen verankern. Natürlich darf dabei auch die Praxissicht in Form von Gastvorträgen und Gastlehrenden nicht fehlen. Doch auch im Hinblick auf die Anzahl der Studierenden sollte eine kritische Größe erreicht werden. Um Kurse und Kleingruppen innerhalb der einzelnen Schwerpunkte und Wahlmöglichkeiten zu bilden, ohne Angebote streichen zu müssen, bedarf einer ausreichenden Anzahl an Teilnehmern. Vor diesem Hintergrund sprachen sich die Hochschulvertreter für eine Zahl von 100+ Studierenden aus, die pro Jahrgang zugelassen werden sollten an einer Fakultät.

 

Fazit

Am Ende des Gesprächs wurde als Orientierungspunkte für Studieninteressierte nochmal das Fazit gezogen, dass

  • a) eine kritische Größe in Form von Professorinnen und Professoren aber auch von Studierenden in der touristischen Bildungseinrichtung vorhanden sein sollte
  • b) die entsprechenden Strukturen vorhanden sein sollten, damit Studierende bei Praktika oder im Ausland Erfahrung sammeln können, adäquat betreut werden und Trendthemen im Curriculum von den Lehrenden selbst verankert werden können und
  • c) ein gewisses Maß an anwendungsorientierter Forschung stattfinden sollte, um sich mit Themen auseinanderzusetzen, die erst in Zukunft relevant werden.

Mit diesen Kriterien im Gepäck sollten Studieninteressierte sich am besten dann die Einrichtung vor Ort anschauen, um sich ein Bild machen zu können, ob diese den individuellen Bedürfnissen entspricht.

 

Einen Ausschnitt aus der Podiumsdiskussion können Sie über diesen Link einsehen.