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Tourism matters! Overcrowding vs. Lebensraum

Foto: Theresa Troglauer
Foto: Theresa Troglauer

[27|05|2021]

Eine facettenreiche Diskussion mit Gästen aus verschiedenen Interessensgruppen fand während des Master Forums Tourismus am 20.05.2021 statt mit dem Ziel, Lösungen zum Thema "Overcrowding vs. Lebensraum?" zu finden.

Von der Insel Sylt war Birte Wieda, Mitglied der Bürgerinitiative "Merret reicht`s" zugeschaltet. Branchenfremd, aber näher am Thema als viele Andere, ist Ulf Dworschak, der als Naturranger des Berchtesgardener Landes von der Situation vor Ort berichtete. Für den politischen Input sorgte der Landrat des Landkreises Eichstätt im Altmühltal, Alexander Anetsberger. Aus dem Tölzer Land meldete sich Dr. Andreas Wüstefeld vom Tölzer Land Tourismus. Mit dem Kölner Dom im Hintergrund brachte Alicia Storch, Consultant bei der ift Freizeit- und Tourismusberatung, ihre Ideen und Meinungen mit ein. Zu guter Letzt konnte Riadh Larbi von seinen eigenen Eindrücken aus der ganzen Welt und seiner aktuellen Rolle als Social Media Manger bei DER Touristik berichten.


Overcrowding ist in einigen Regionen Deutschlands längst angekommen!
Die im Anschluss an ein Einführungsvideo entfachte Diskussion machte bereits in den ersten Minuten klar: Die Thematik Overcrowding war in den verschiedenen Destinationen Deutschlands auch schon vor der Pandemie hoch aktuell und muss unbedingt diskutiert werden! Birte Wieda und Ulf Dworschak berichteten diesbezüglich von überfüllten Touristenattraktionen, unzufriedenen Einwohnern und überschrittenen Kapazitätsgrenzen. Im Tölzer Land vertrat Dr. Wüstefeld hingegen die Ansicht, dass Bewusstseinsschaffung für Natur- und Lebensraum bei dem Großteil der Touristen bereits heute unproblematisch verlaufe. Nur ein geringer Teil der Touristen verhalte sich respektlos gegenüber Natur und Lebensraum, weshalb man Regeln und Bestrafungen nicht auf alle Touristen abwälzen sollte. Alex Anetsberger schilderte außerdem aus erster Hand von der konfliktbehafteten Situation der Politiker sowohl für Einwohner als auch touristische Akteure Lösungen finden zu müssen, die für alle Betroffenen ein zufriedenstellendes Ergebnis bedeuten. Trotz dieser Tatsache sei es Aufgabe der Politik die Bedürfnisse aller Beteiligten zu hören, sich des Konflikts zu stellen und Lösungen zu erarbeiten. Während Frau Storch für lokale und regionale Lösungen plädierte, plädierte Herr Larbi für klare, eindeutige Regelungen sowie den Aufbau eines gewissen Grundverständnisses im Umgang mit Social Media Marketing.


Networking? Geht auch digital!
Das Master Forum ist bekannt als ein Event des Austauschs und Networkings. Leider fehlen im digitalen Format die Möglichkeiten nach dem Event das oftmals hervorragende Catering zu genießen und über Gott und die Welt zu diskutieren. Um trotzdem eine Plattform des Networkings zu bieten, wurde nach Abschluss der Diskussion ein neues Zoom Meeting geschaffen, in dem noch einige Zeit geplaudert, diskutiert und angestoßen wurde. Für uns der Beweis: Networking, geht auch digital!

Fazit: Viele neue Impulse und ein wichtiges Thema für alle Stakeholder
Wieder einmal konnte das Master Forum mit interessanten Beiträgen, Meinungen und Erfahrungen auftrumpfen und hielt für jeden Zuhörer spannende Impulse bereit. Nichtsdestotrotz kann das Problem Overcrowding nicht an einem Abend gelöst werden. Für die Zukunft war dieser Abend eine gelungene Basis, um Lösungswege zu diskutieren und gemeinsam den Interessenskonflikt Overcrowding vs. Lebensraum zu lösen.

AutorInnen: Vivien Meenenga und Joscha Funke