DigitalLab
Wo Digitalisierung auf angewandte Wissenschaft trifft
Das DigitalLab der Fakultät für Tourismus verbindet angewandte Forschung, technologische Trends und die betriebliche Praxis. Wir machen die Zukunft von Marketing, Consumer Experience und digitaler Bildung messbar und gestaltbar. Für globale akademische Partner sind wir ein modernes Kooperationszentrum. Für zukunftsorientierte Unternehmen der Schlüssel zu datengestützten Innovationen und interdisziplinärem Know-how.
01. User Experience Research: Das Eyetracking-Labor
Wie nehmen Kunden digitale Schnittstellen, Kampagnen oder physische Räume wirklich wahr?
Im DigitalLab verlassen wir uns nicht auf reine Fragebögen, sondern machen unbewusste Prozesse sichtbar. Unser Fokus liegt dabei explizit nicht nur auf dem Tourismus, sondern auf branchenübergreifenden Fragestellungen der digitalen Transformation.
Wir führen empirische Experimente und Studien in einer Vielzahl von Disziplinen durch:
- UX & Usability: Optimierung von Buchungsstrecken, Apps, Websites und Software-Schnittstellen
- Marketing- & Medienwirkung: Evaluation von digitalen Layouts, Werbemitteln und Social-Media-Content
- Kognitive Prozesse: Analyse der visuellen Aufmerksamkeit, Informationsverarbeitung und Entscheidungsfindung in der physischen und digitalen Welt.
Für valide, wissenschaftlich fundierte Daten nutzen wir ein breites Spektrum an modernem Equipment:
Eye-Tracking-Systeme:
- Hardware: Tobii Remote Eye-Tracking (stationär), Tobii Eye-Tracking Glasses (mobil/Feldstudien), BiSigma Mobile Testing Equipment.
- Software: Tobii und BiSigma Aufnahme- und Analysesoftware für präzise Postanalysis (Heatmaps, Gaze Plots, Area of Interest-Analysen)
Creative & Ideation Spaces:
- Infrastruktur zur Erstellung von Personas, Mood-Boards und für professionelles Creative Design Thinking.
- Spezielle Räumlichkeiten für Einzelexplorationen, interaktive Ideengenerierung, kreatives Brainstorming und moderierte Fokusgruppen.
Nutzen Sie unsere wissenschaftliche Expertise und Infrastruktur, um Ihre betrieblichen Fragestellungen evidenzbasiert zu beantworten:
- Drittmittelprojekte: Maßgeschneiderte, exklusive Studien und Usability-Tests direkt für Ihr Unternehmen.
- Forschungs- & Lehrprojekte: Integration Ihrer realen Problemstellungen in unsere fortgeschrittenen Lehrveranstaltungen.
- Wissenschaftliche Abschlussarbeiten: Fundierte Bearbeitung Ihrer Fragestellungen durch qualifizierte Studierende unter enger professoraler Betreuung.
Nehmen Sie jetzt Kontakt mit uns auf, um Ihr Projekt zu besprechen:
Kontakt: Ralph Berchtenbreiter & Jürgen Bluhm
02. Kreativität und Lösungen: DigitalLab und Outdooractive
In enger Zusammenarbeit mit Outdooractive, eine der weltweit größten digitalen Plattformen und Apps für Outdooraktivitäten mit Sitz in Immenstadt, verbindet das Digital Lab innovative Lehrmethoden mit modernen Plattform- und KI-Technologien. Gemeinsam entwickeln wir praxisnahe Ansätze für einen nachhaltigen und digital gestützten Tourismus der Zukunft.
In der Presse: Abendzeitung München
- Eine Auswahl unserer umgesetzten Projekte finden Sie auf unserer Teamseite.
- Einige Cases unserer Studierenden finden sich unten.
Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung contentbasierter innovativer Tourismus- und Destinationskonzepte mithilfe der Outdooractive-Plattform. Studierende lernen digitale Technologien gezielt für nachhaltige Besucherlenkung, Content-Strategien und digitale Wertschöpfung einzusetzen.
Ein zentrales Element ist die Verbindung von menschlicher Kreativität und Künstlicher Intelligenz. Die Studierenden lernen, KI-Tools kreativ, effizient und verantwortungsvoll einzusetzen, ihre Ergebnisse kritisch zu bewerten und digitale Lösungen gezielt weiterzuentwickeln. Dadurch entstehen Kompetenzen, die technologische Möglichkeiten mit reflektiertem und innovativem Denken verbinden.
Darüber hinaus vermittelt das DigitalLab, wie verschiedene Plattform- und Technologielösungen synergetisch kombiniert werden können, um neue Perspektiven für Destinationen, Unternehmen und den Tourismus von morgen zu schaffen.
03. Internationale Dimension: COIL
Die Digitalisierung der Bildung eröffnet revolutionäre Wege für globale Kooperationen. Als zentraler Baustein der Internationalisierungsstrategie unserer Fakultät und Hochschule entwickeln und testen wir innovative COIL-Ansätze (Collaborative Online International Learning) mit unserem weltweiten Netzwerk aus über 50 Partnerhochschulen.
COIL (Collaborative Online International Learning) verbindet Lehrende und Studierende verschiedener Länder im Rahmen bestehender Kurse durch technologiegestützte, kollaborative Projektarbeit. Es ist kein reines Online-Studium, sondern ein interkulturelles, interdisziplinäres Co-Working-Format.
- Internationale Kompetenz für alle (Internationalization@Home): Studierende arbeiten in globalen Teams an realen Case Studies, schärfen ihre interkulturellen Kommunikationsskills und bereiten sich perfekt auf den globalen Arbeitsmarkt vor – ganz ohne finanzielle oder geografische Barrieren
- Treiber der digitalen Bildung: COIL-Projekte nutzen agile, digitale Kollaborations-Tools und spiegeln damit exakt die Realität moderner, internationaler Arbeitswelten wider.
- Beitrag zur Nachhaltigkeit (Green Educational Travel): Durch den gezielten Einsatz digitaler, internationaler Kooperationen reduzieren wir den ökologischen Fußabdruck im Bildungswesen. COIL ermöglicht wertvollen globalen Austausch, ohne dass Treibhausgasemissionen durch Flugreisen entstehen – ein gelebter Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen (SDGs).
Internationale Perspektiven als UX-Feedback für digitales Tour Guiding
COIL Case | Hochschule München × Cape Peninsula University of Technology, Kapstadt
Wie wird aus einem guten touristischen Angebot ein digitales Angebot, das internationale Gäste tatsächlich anspricht?
Genau dieser Frage gehen Studierende der Hochschule München und der Cape Peninsula University of Technology (CPUT), Kapstadt, gemeinsam nach.
Die Challenge
Angehende Tour Guides in Kapstadt entwickeln digitale Inhalte, um sich und ihre Angebote online zu vermarkten.
Das Problem
Die Anbieter kennen ihr eigenes Angebot – aber nicht unbedingt die Perspektive internationaler Gäste.
Der COIL Case macht diese Perspektive zum zentralen Bestandteil des Entwicklungsprozesses:
- Wie wirkt ein Video auf eine internationale Zielgruppe?
- Was ist verständlich – und was nicht?
- Welche Inhalte erzeugen Interesse?
- Welche Geschichten funktionieren über kulturelle Grenzen hinweg?
- Wie muss ein digitales Profil gestaltet sein, damit es professionell und relevant wirkt?
Die Studierenden der HM übernehmen dabei die Rolle der potenziellen internationalen Nutzer.
Der COIL Ansatz
Der Case folgt einem zentralen UX-Prinzip:
Nicht allein aus der Anbieterperspektive entscheiden, sondern Inhalte aus Sicht potenzieller Nutzer entwickeln und verbessern.
Die CPUT-Studierenden entwickeln zunächst eigene digitale Vermarktungsinhalte für ihre zukünftige Tätigkeit als Tour Guides.
Die HM-Studierenden erleben diese Inhalte aus der Perspektive internationaler Gäste und geben strukturiertes Feedback.
Im Mittelpunkt stehen dabei:
Verstehen → Relevanz → Wirkung → Verbesserung
Damit wird internationales Lernen mit einem nutzerzentrierten, iterativen Entwicklungsprozess verbunden.
Der Prozess
01 · Create
CPUT-Studierende entwickeln digitale Vermarktungsvideos und Inhalte für ihre zukünftige Tätigkeit als Tour Guides.
02 · Experience
HM-Studierende betrachten die Inhalte aus der Perspektive potenzieller internationaler Gäste.
03 · Feedback
Sie analysieren Verständlichkeit, Relevanz, Storytelling und zielgruppengerechte Ansprache.
04 · Improve
Das Feedback wird ausgewertet und in konkrete Verbesserungen der Inhalte überführt.
05 · Iterate
Die überarbeiteten Inhalte werden erneut betrachtet und weiterentwickelt.
Der ersten Durchläufe des COIL dienen dabei bewusst dazu, den gemeinsamen Prozess zu erproben und zu stabilisieren.
Zwei Perspektiven. Ein gemeinsamer Lernprozess.
Der besondere Wert des COIL-Formats liegt in der wechselseitigen Abhängigkeit:
CPUT: Die Anbieterperspektive
Die angehenden Tour Guides entwickeln ihre digitale Präsenz und lernen, touristische Inhalte konsequent aus Sicht internationaler Zielgruppen zu betrachten.
HM: Die Nutzerperspektive
Die Studierenden des Kompetenzfelds Digital Marketing & Management erleben, wie sich touristische Angebote aus einem anderen kulturellen und wirtschaftlichen Kontext entwickeln und wie internationales Nutzerfeedback Marketingentscheidungen verändert.
Von der validierten Idee zur Plattform
Der COIL Case ist iterativ angelegt.
Die Integration der Ergebnisse in eine professionelle digitale Plattform wie Outdooractive ist deshalb als nächste Entwicklungsstufe vorgesehen – nicht als Voraussetzung für den ersten Durchlauf.
Nach erfolgreicher Erprobung und Stabilisierung des COIL-Prozesses sollen die CPUT-Studierenden in einer weiteren Version des Formats professionelle Guide-Profile auf Outdooractive entwickeln.
Damit entsteht eine klare Entwicklungslinie:
COIL-Prozess erproben → Nutzerfeedback integrieren → Ansatz stabilisieren → Plattformintegration → professionelle digitale Sichtbarkeit
So wird zunächst der Lern- und Feedbackprozess validiert, bevor die Anwendung auf einer realen digitalen Plattform skaliert wird.
Was die Studierenden dabei lernen
UX & Zielgruppen
- Perspektivwechsel zwischen Anbieter und Nutzer
- internationale Zielgruppen verstehen
- digitale Inhalte aus Nutzersicht bewerten
Digital Marketing
- Storytelling und zielgruppengerechte Kommunikation
- digitale Profile und professionelle Sichtbarkeit
- Nutzerfeedback in konkrete Marketingentscheidungen übersetzen
International Collaboration
- Zusammenarbeit in interkulturellen Teams
- Kommunikation über kulturelle und geografische Grenzen hinweg
- unterschiedliche touristische Märkte und Perspektiven verstehen
Iteratives Arbeiten
- Inhalte entwickeln
- Feedback erhalten
- Erkenntnisse priorisieren
- Inhalte verbessern
- Ergebnisse erneut evaluieren
Die Projektverantwortlichen
CPUT
Nizaam Peck
Tourism and Events Management
Faculty of Business and Management Sciences
Cape Peninsula University of Technology, Kapstadt
Hochschule München
Prof. Dr. Ralph Berchtenbreiter
Digital Marketing & Management
Fakultät für Tourismus
Hochschule München